ESMA setzt neue Prioritäten für 2026: Fokus auf ESG, Krypto und Marktintegration
- vor 7 Tagen
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Die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) hat am 2. Juni 2026 ihre Prioritäten für das Arbeitsprogramm 2026 vorgestellt. Hintergrund sind neue Aufsichtsaufgaben, begrenzte Ressourcen sowie die strategischen Ziele der Europäischen Union zur Marktintegration, regulatorischen Vereinfachung und Entlastung von Finanzmarktteilnehmern.

Verschiebung regulatorischer Projekte
Um Doppelarbeit und mögliche spätere Anpassungen aufgrund laufender EU-Gesetzgebungsverfahren zu vermeiden, wird ESMA mehrere geplante Konsultationen und technische Standards verschieben. Betroffen sind unter anderem Vorhaben im Zusammenhang mit:
AIFMD (Alternative Investment Fund Managers Directive)
UCITS (Undertakings for Collective Investment in Transferable Securities)
DLT Pilot Regime (Distributed Ledger Technology)
EMIR (European Market Infrastructure Regulation)
Die Behörde begründet diesen Schritt mit den laufenden Verhandlungen zum geplanten Market Integration and Supervision Package (MISP), das wesentliche Auswirkungen auf bestehende Regelwerke haben könnte.
Weniger Berichte, mehr Fokus auf Zukunftsthemen
Darüber hinaus plant ESMA, verschiedene Berichtsanforderungen zu verschieben oder auszusetzen. Dies betrifft unter anderem regelmäßige Berichte unter:
MAR (Market Abuse Regulation)
DLT Pilot Regime
CSDR (Central Securities Depositories Regulation)
MiFIR (Markets in Financial Instruments Regulation)
Nach Einschätzung der Behörde liefern einige dieser Berichte derzeit nur begrenzten zusätzlichen Erkenntnisgewinn, während sie gleichzeitig erhebliche Ressourcen binden.
Schwerpunkte für 2026
Die freiwerdenden Kapazitäten sollen gezielt in zentrale Zukunftsprojekte investiert werden. Zu den wichtigsten Prioritäten zählen:
ESG-Ratinganbieter und Consolidated Tape Provider
ESMA bereitet sich auf neue direkte Aufsichts- und Zulassungsaufgaben für ESG-Ratinganbieter sowie Consolidated Tape Provider (CTPs) vor. Beide Bereiche gelten als wichtige Bausteine für mehr Transparenz und Integration der europäischen Kapitalmärkte.
Umsetzung von MiCAR und EMIR 3
Auch die weitere Implementierung der Markets in Crypto-Assets Regulation (MiCAR) und von EMIR 3 bleibt ein Schwerpunkt. Unternehmen im Krypto- und Derivateumfeld sollten daher weiterhin mit regulatorischen Entwicklungen rechnen.
Verkürzung des Settlement-Zyklus auf T+1
Die Vorbereitungen für die Umstellung des europäischen Wertpapierabwicklungszyklus von T+2 auf T+1 gewinnen an Dynamik. Marktteilnehmer werden ihre operativen Prozesse frühzeitig anpassen müssen.
European Single Access Point (ESAP)
Mit der ersten Umsetzungsphase des European Single Access Point (ESAP) verfolgt die EU das Ziel, Finanz- und Nachhaltigkeitsinformationen europaweit einfacher zugänglich zu machen.
Regulatorische Vereinfachung
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Vereinfachung regulatorischer Meldepflichten und der Reduzierung administrativer Belastungen für beaufsichtigte Unternehmen.
Was bedeutet das für Unternehmen?
Die Ankündigung zeigt deutlich, wohin sich die europäische Finanzmarktregulierung entwickelt: weniger Ressourcen für historische Berichtspflichten, dafür mehr Fokus auf Digitalisierung, Nachhaltigkeit, Krypto-Regulierung und die Integration europäischer Kapitalmärkte.
Für Finanzinstitute, Vermögensverwalter, ESG-Dienstleister und Krypto-Unternehmen ist jetzt der richtige Zeitpunkt, ihre Compliance-Strategien auf die kommenden regulatorischen Anforderungen auszurichten und die Auswirkungen von MiCAR, ESG-Aufsicht, ESAP und T+1-Abwicklung frühzeitig zu bewerten.


